Bestimmung von Tieren im Fließgewässer

Modul 1 - Flohkrebse

Bachflohkrebs (Gammarus pulex), Saprobienindex 2,1

Gammarus pulex
Der Bachflohkrebs (Gammarus pulex) ist sehr häufig und lebt gern zwischen dichten Wasserpflanzen in sandigen, steinigen und nicht zu sauren Fließgewässern. In Seen ist er nicht so häufig anzutreffen. Die Tiere ernähren sich von lebenden und abgestorbenen Pflanzenteilen und gelegentlich von toten Insektenlarven und Kleinkrebsen. Zur Fortpflanzungszeit ergreift das wesentlich größere Männchen das Weibchen am Rücken und hält sich dort tagelang fest. Der Bachflohkrebs bewegt sich schwimmend in Seitenlage über den Gewässergrund. Bei starker Strömung oder bei Gefahr ist er in der Lage, sich durch heftig schlagende Bewegungen mit dem Hinterleib schnell fortzubewegen.

Flussflohkrebs (Gammarus roeselii), Saprobienindex 2,0

Gammarus roeselii
(Foto: Michal Manas, Tschechische Republik, 12. 09.2004.
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Der Flussflohkrebs unterscheidet sich vom Bachflohkrebs durch die auffälligen Rückenfortsätze. Lebensweise und Ernährung sind beinahe gleich.


Neues aus der Forschung im Haus Ruhrnatur

Dikerogammerus villosusHaus Ruhrnatur

Als wir ihn zum ersten Mal fingen, wussten wir: Der ist neu hier, der große Buckelflohkrebs (Dikerogammerus villosus). Eingewandert über den Rhein-Main-Donau-Kanal wurde er im Jahre 1992 erstmals in Deutschland gefunden. Nun hat er es bis zu unserer Probestelle in Mülheim gegenüber der Jugendherberge geschafft.

Groß ist er wahrhaftig; viel größer als die Bach- und Flussflohkrebse, die wir in den zurückliegenden Jahren immer häufiger in der Ruhr fanden. Langgestreckt wird er 2-3 cm groß. Sein Rücken weist eine Ñkarierte" Zeichnung auf. Aus diesem Grunde wurde er manchmal mit dem getigerten Flohkrebs verwechselt. Der Buckelflohkrebs ist ein Allesfresser. Wenn er durch Zufall aufs Land verschlagen wird, versucht er mit kräftigen Sprüngen wieder zurück ins Wasser zu gelangen. Im Frühjahr vermehrt er sich massenhaft. Unter den Steinen wimmeln dann ganze ÑSchulen" mit Hunderten von kleinen Buckelflohkrebsen. Sie halten sich, genau wie ihre Eltern, mit ihren mit starken Haken versehenen Vorderbeinen an Wasserpflanzen und in Stein- oder Schiffsritzen fest. Auf diese Weise haben sie weite Strecken überwunden. Jetzt sind sie hier; für die Fische eine willkommene Futterquelle. Für uns sind sie dafür leider ein wenig zu klein.


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